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Project: Doppelvideodreh

Planung? Was ist das?

Aus dem Drehchaos von My Own World haben wir gelernt! Beim nächsten Video fangen wir früher an! Die Geschichte von einem Videodreh, der trotz längerer Planung eine Woche vorher komplett umgeworfen wurde.

 

50 Tage vorher: Planungsbeginn

Alles fing mit der guten Nachricht an: Braustüb'l unterstützt uns mit einer Sachspende! Bier! Juhu! Aber dann stellten wir uns die Frage, wie bauen wir das ein? Schnell hatten wir einen Plan. Klar, wir trinken Bier. Zu unserem Song Controlled Fears. Eine Party soll es sein. Outdoor. Grundstück ist gefunden, die Leute sind mobilisiert. Aber immer wieder die Frage: Was machen wir, wenn es regnet? Naja, andere Sachen sind wichtiger. Zwei Wochen vorher: Wetterbericht sagt, es wird Regnen. Na ganz toll. Ein Plan B muss her, wir haben uns schon Equipment gemietet und bis wir die Crew wieder zusammengetrommelt haben, würde es vermutlich noch bis ins nächste Jahr dauern. Dann wäre das Bier abgelaufen. Nicht das es soweit gekommen wäre, aber man weiß ja nie.

 

04 Tage vorher: Der Plan B

Vier Tage vorm Dreh. Gespräche mit der Stadt kommen ins Rollen. Wir schauen uns Bandräume an, die leider viel zu klein sind, um darin ein Video zu drehen. Ob der Ansprechpartner uns die Enttäuschung angesehen hat, wissen wir nicht, jedoch bat er uns an, die erste Party seit Jahren im städtischen Jugendzentrum zu genehmigen! Noch am selben Tag setzen wir uns in den Proberaum und planen. Wie können wir das ziemlich schön eingerichtete JuZ nach Rock aussehen lassen? Wie verhindern wir, dass nichts kaputt geht? Wer kommt eigentlich dafür auf, wenn dann doch was kaputt geht?

Dann der Vorschlag: Warum nicht hier im Proberaum? Dann wird's noch waghalsiger: Warum nicht gleich noch ein weiteres Video drehen? Technik ist ja eh schon gemietet.. Welchen Song wollen wir denn dann noch drehen? Passt Controlled Fears denn noch? Warum können wir nicht einfach mal was so machen, wie wir es gesagt haben?! Die erste Panikwelle..

 

02 Tage vorher: Der Plan C

Wieder Brainstorming. Was können wir aus unserem Proberaum rausholen? Das Setting ist schnell klar, doch passt es nicht zu dem, was wir für Controlled Fears geplant haben. Wir müssen einen anderen Song nehmen: Where It Begins. Party bleibt noch, nur halt bei uns. Was war jetzt mit dem anderen Song? Da passt Reflect/Reset, das ist sowieso das geplante Setting. Alles klar. Technik holen und los geht's? Moment. Ist der Song überhaupt schon fertig recorded? Oh Shit.

 

01 Tag vorher:    Aufbau

Wir müssen den Proberaum ausräumen. Der Plan ist, ihn ganz leer zu räumen und eine Hälfte mit Bühnenmolton abzuhängen. Das wird dann die Bühne. Beim ausräumen wird schnell klar: Die anderen Räume wird man das ganze Wochenende nicht mehr benutzen können. Was ein Act..

 

Der Morgen vorher: Recording

Wir brauchen zumindest Demo-Tracks, sonst wird's nichts. Also ran da. Der Raum ist komplett ausgeräumt, dementsprechend klingen auch die Aufnahmen. Aber es wird! Ab nach Hause, Essen, Umziehen, gemietete Technik abholen.

 

Aufbau und Reflect Reset

Um 17 Uhr haben wir die Technik. Hektisch wird alles aufgebaut, das Filmteam ist schon da. Was, wohin? Woher kommt der Starkstrom für die Lichter? Alle Pannen können behoben werden. Irgendwie. Gegen 21.00 Uhr können wir anfangen, zu drehen. "Heute Close-Ups, Morgen früh Full-Set!" 4 Stunden drehen wir noch, dann geht's nach Hause und endlich ins Bett.

 

Um 8:30 Uhr treffen wir uns wieder und machen weiter. Die Full-Set Szenen von Reflect/Reset sind bis ca 13.00 Uhr im Kasten. Reflect/Reset ist fertig! Läuft ja super! Fast Sieben Stunden bis die Leute kommen. Gemütlich umbauen, umziehen, vordrehen und dann kann der Spaß losgehen.

 

Umbau und Where it Begins

Umbau läuft gut soweit, vorgedreht ist auch innerhalb einer Stunde. Scheint alles zu laufen. Wir bereiten die Party vor, auch den Nachbarn haben wir vorher Bescheid gesagt. Die ersten Leute kommen. Wir rechnen mit 20. Es werden immer mehr. Langsam fragen wir uns, ob das Bier überhaupt reicht. 40 Leute sind plötzlich da, wir fangen an. Spielen in Blocks, teile unseres Sets, dann wieder Where it Begins, die Kameraleute halten einfach drauf.

 

Block I und II

Macht Spaß, die Resonanz ist besser, als erwartet. Das Bier ist auch besser, als erwartet. Die Laune steigt, trotz des Stresses. Wir haben Spaß, die Leute wirken garnicht so gelangweilt, muss wohl am Bier liegen. Block fertig, erste Pause. Kann es sein, dass der Plan gerade aufgeht? Zweiter Teil. Die Leute machen mit, nach der ersten Strophe singe nicht mal mehr ich, sondern jemand aus dem Publikum.

 

Block III

Pause zwischen Block II und III, alles läuft super. Plötzlich der Anruf. Die Nachbarin, die sich heute mittag noch explizit dafür ausgesprochen hat, dass es ja vollkommen egal ist, wie lange wir machen, beschwert sich. Wir haben nicht mal halb 12. Hieß es nicht, von ihr aus auch bis zwei? Naja. Beeilung. Stimme hab' ich eh keine mehr, wir sind alle auch schon etwas Müde. Und eventuell haben wir auch eins, zwei, Flüssigbrote konsumiert.

 

Ausklang und Fazit

Video ist durch, noch ein Paar Gespräche entfachen sich, bevor sich der Abend auflöst. Wir sind alle voller Euphorie. Hat Spaß gemacht. Kaum zu glauben: Wir haben an einem Wochenende zwei Videos gedreht und es hat auch noch alles  funktioniert. Muss am Bier liegen.

 

 

 Dominik Bertsch

 

 

 

 

 

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